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Der Wald als Medizin!?

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Ich gebe zu, die Überschrift könnte auch etwas esoterisch aufgefasst werden. Aber nein, heute möchte ich euch nicht erzählen welche Vorteile es hat, Bäume zu Umarmen.
Vielmehr geht es um die wissenschaftliche Grundlage hinter dem sogenannten "Waldbaden", was in Japan unter dem Namen "Shinrinyoku" bekannt ist. Waldbaden hat in diesem Sinne nichts mit einem eigentlichen Bad zu  tun. Es reicht schon aus sich irgendwo im Wald, möglichst für einige Stunden, aufzuhalten.
In Japan wird das Waldbaden seit vielen Jahren therapeutisch eingesetzt, wodurch dort auch die meisten Studien über die physiologischen Effekte durchgeführt wurden.
Dass ein Spaziergang durch den Wald gut tut, ist vielen von uns bekannt. Doch was sind das für biochemische Mechanismen, die unser Immunsystem stärken, unser Wohlbefinden steigern und potenziell sogar die körpereigene Krebsabwehr optimieren.

Du kennst sicher den typischen Waldduft.  Im Sommer nach einem Regen und bei hoher Luftfeuchtigkeit ist dieser  besonders stark wahrnehmbar. Bäume, Pflanzen und auch einige Mikroorganismen sind für diesen Duft im Wald verantwortlich, indem sie gasförmige Stoffe an die Luft abgeben. Ein Großteil davon wird als Terpene bezeichnet. Diese Terpene sind in den letzen Jahren in den Fokus der Wissenschaftler geraten. Über die Atemluft nehmen wir diese Stoffe auf wenn wir uns im Wald aufhalten.

Prof. Dr. Qing Li von der Nippon Medical School in Tokio gilt als der führende Forscher auf dem Gebiet des Waldbadens. In mehreren Studien konnte er zusammen mit seinen Kollegen  die Effekte der Waldluft auf die menschliche Physiologie und Gesundheit beweisen.

Verbesserung der Immunabwehr (Vermehrung und Aktivierung NK-Zellen)

Die natürlichen Killerzellen (NK) gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind für die Immunabwehr extrem wichtig. Qing Li konnte in einer Studie zeigen, dass ein Aufenthalt im Wald ziemlich beeindruckende Effekte zeigt. Im Rahmen dieser Arbeit schickte er die Probanden für einen Trip von 3 Tagen/2 Nächten in ein Waldgebiet. Blut und Urinproben wurden am ersten und am zweiten Tag des Trips sowie 7 Tage und 30 Tage danach abgenommen. Die Aktivität und die Anzahl der natürlichen Killerzellen waren signifikant erhöht. Diese Effekte waren auch noch 30 Tage nach dem Aufenthalt im Wald deutlich nachweisbar. Die gleichen Messungen hat man auch vor dem Waldaufenhalt durchgeführt. Als Kontrolle dienten ganz normale Arbeitstage. Dabei zeigte sich kein Einfluss auf die NK- Aktivität und NK- Anzahl (Li Q., 2010)

Weitere Studien, in denen die Terpene isoliert der Atemluft zugeführt wurden, konnten bestätigen, dass der Effekt vor allem den Terpenen und nicht anderen Stoffen oder Mechanismen zugeschrieben werden kann.

 

Optimierung der körpereigenen Krebsabwehr

Natürliche Killerzellen spielen auch bei der Beseitigung von Tumorzellen eine große Rolle. Li Q. et al konnten 2008 zeigen, dass ein Waldaufenthalt (2Tage,  für jeweils einige Stunden) die Anzahl und Aktivität der NK- Zellen aber auch die intrazelluläre Konzentration von Anti- Tumorproteinen signifikant erhöht. Diese Effekte hielten bis 7 Tage nach dem „Waldbad“ an.

Was kann man mit diesen Erkenntnissen nun Anfangen? Die wissenschaftliche Datenlage zum Waldbaden legt nahe, dass ein Spaziergang im Wald bereits ab 1x im Monat enorme Effekte auf deine Gesundheit haben kann. In diesem Sinne können sich alle bestätigt fühlen, die schon immer gerne im Wald unterwegs waren. Für alle anderen hat die Forschung nun einige Argumente gefunden in Zukunft vielleicht häufiger im Wald vorbeizuschauen.

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