Community post
Es ist zu heiß
Hallo Freunde,
es ist mir zu heiß und wenn ich mir die Geschichte anschaue, dann ist es ne spannende Zeit. Ich meine wir haben Ende Juni und der Höhepunkt des Sommers ist noch weiter weg und wir haben bereits jetzt neue Hitzerekorde erreicht. Die letzten Tagen waren nicht einfach, wir haben durchgearbeitet und man merkt wie die Hitze nach und nach zu Problemen führt. Vor allem Altenheime und Krankenhäuser sind nicht entsprechend gegen die Hitze geschützt und so haben wir einige Probleme. Vor allem in den Altenheimen hatten wir Massen an Bewohnern die unter der Hitze leiden und ich weiß das einige Zimmer frei werden, weil es einfach viel zu heiß ist und der Körper vorerkranter Menschen damit nicht mehr zurecht kommt.

Und dann kam etwas anderes. Die Tram ist in Nürnberg ausgefallen. Die Schienen haben sich erhitzt und damit kamen ein paar Interessante Probleme dazu. An vielen Stellen haben die Gleise durch die Hitze den Teer um sie herum schmelzen lassen und wenn die Tram drüber gefahren ist, hat es den Teer rausgedrückt, aber auch an Grasgleisen hat es die Schienen verbogen und wir haben jetzt für mehrere Tage einen Ausfall der Infrastruktur. Mal schauen was da dann noch alles kommt.
Und daneben gibt es noch ein anderes Problem, Aufzüge, viele Aufzüge haben das Problem das sie nicht gekühlt sind, vor allem die Technikräume und wenn die Aufzüge nachgerüstet wurden, sind diese Räume einfach nur aufs Dach gesetzt und ein Metallschuppen, der die Hitze nicht wirklich verarbeiten kann. Und damit fällt dann die Technik aus. Und das gleiche hatte ich ehrlich gesagt jetzt auch ein paar Tage hier, mein Router hat die Hitze nicht vertragen und ist regelmäßig ausgefallen.
Mal schauen wo das alles noch hin geht, aktuell hat es noch geregnet und es ist endlich ein paar Grad kühler geworden.
In dem Sinne, gehabt euch wohl.
Replies (8)
Ich frage mich immer, wie konnten die Menschen früher das besser verarbeiten bzw. handhaben?
Auch früher gab es Hitzewellen, die Probleme verursachten. Ich erinnere mich noch grob an 2003 (die bis dahin schlimmste Hitzewelle), als bei einem Freund in dessen Wohnung die Kerzen krumm waren, weil sie geschmolzen sind.
Das Entscheidende ist aber wohl: Hitze war früher nicht so häufig und dann normal auch nicht ganz so extrem. Nicht umsonst haben wir in den letzten Tagen nach den vorläufigen Messungen den bisherigen Hitzerekord (auch erst von 2019, davor wohl 2003) mehrmals übertroffen.
Dass die Bild schon immer für absolut reißerisch und damit oft auch unseriöse Schlagzeilen steht, ist natürlich klar!
Also passen wir uns an, würde ich sagen.
Morgens früher aufstehen, da ist es noch kühler
Tagsüber eher ruhig im Schatten und dann am Abend wieder etwas machen
Infrastruktur besser Auslegen, in Dubai fahren auch Bahnen.
Übrigens, meine Bienen kommen sehr gut mit der Wärme klar, sie sind halt Mädels (Insekten), bei Wärme funktionieren sie einfach besser.
Da kann ich mich noch glücklich schätzen. Bei mir fiel gestern Abend meine Buletti EB3A Powerstation, die ich als USV für den Torantrieb einsetze, dem Hitzetod zum Opfer. Die Ironie dabei: Ein Gerät das ich für Stromausfall nutze, verursachte einen Stromausfall.
1957 wurde die Temperatur in einer Bahnhofsuhr gemessen, weshalb sie ausviel. Die Temperatur war bei 39 Grad. Und das im Juli, nicht schon im Juni.
1975 war es eine Vorhersage in Essen,am den Tag hatte es maximal 30,8 Grad. Rekord in dem Sommer war bei 31,7 Grad, wo ich gerade froh bin.
1983 war der Hitzerekord Ende Juli bei 40,3 Grad, was wieder zum Höhepunkt des Sommers an zwei Messtationen, 2003 waren es dann wieder zwei Stationen, 2015 dann drei, 2019 25, aber alles im Juli, im Juli 2022 dann wieder.
Wir haben zunehmend mehr Hitzewellen. Und dadurch auch andere Probleme. Z.b. fahren die Züge in Dubai weil sie dort auf einer eigenen Trasse oder in Tunneln laufen, ähnlich wie die U Bahn bei uns. Die Deutsche Bahn hatte auch relativ wenige Probleme mit den Gleisen, Straßenbahnen kämpfen, wie übrigends auch die Autobahnen, weil die Straßen nicht für diese Temperaturen gebaut wurden.
Und wir müssen uns anpassen, aber gleichzeitig müssen wir auch mit Techniken arbeiten, die nachhaltig sind. So dumm es klingt, z.b. Atomkraft braucht jede Menge Wasser zur Kühlung, was bei diesen Temperaturen asugeht, ähnlich sieht es bei Verbrennungskraftwerken aus. Und eine Anpassung unserer Gesellschaft könnte schwieriger werden als wir uns gerade vorstellen.
Wie gesagt - wir sollten uns anpassen - dann müssen wir die Strassen und Stassenbahnen besser bauen.
Thema Atomkraft: "Atomkraft braucht jede Menge Wasser zur Kühlung"
Bei den Kernkraftwerken z.B. in Frankreich (weil Deutschland hat ja keine mehr) erfolgt bei 12 Reaktoren die Kühlung per Flusswasser, aber bei 32 Reaktoren erfolgt die Kühlung per Kühlturm, die die Hitze gar nicht betrifft.
Bei Flusswasserkühlung sind die Vorgaben je nach Land, Standort und Beamte in Europa vollkommen unterschiedlich geregelt, ab wann ein Kraftwerk kein warmes Kühlwasser mehr in den Fluss leiten darf, um den Fluss nicht zu stressen.
Mittels Kühlung per Kühlturm kann man dem Problem wirkungsvoll begegnen. Aber wir sprengen unsere Energieversorgung lieber in die Luft oder lassen sie uns in die Luft sprengen (siehe Nordstream)
Ich hab mich jetzt mal etwas eingelesen in das Thema Trockenkühltürme und ich glaube das diese keine wirkliche Lösung sind, sie brauchen zwar keine konstante Wasserzufuhr, sind aber zum einen um einiges teurer, was Atomstrom eh schon ist, zum anderen muss man die Leistung bei Hitze drosseln um Schäden zu vermeiden, was auch eher weniger sinn der Sache ist.
Richtig, das entspricht auch meinem Wissensstand seit über 30 Jahren. Allerdings ist die pauschale Aussage vom „riesigen Wasserverbrauch“ ebenfalls nicht korrekt. Deshalb sehe ich es als meine Aufgabe, die Dinge hier gelegentlich zurechtzurücken – schließlich arbeite ich selbst in diesem Bereich.
Aus meiner Sicht gibt es keine problemlose und gleichzeitig preisgünstige Energielösung. Jede Technologie hat Vor- und Nachteile. Man muss daher ehrlich abwägen, welche Risiken man bereit ist einzugehen und welche Kosten man zu tragen bereit ist. (Interessanterweise wird heute Solar- und Windenergie ähnlich subventioniert wie die Atomkraft vor 30–40 Jahren – zumindest in Deutschland.)
Ich persönlich plädiere für einen echten Energiemix: Solar und Wind, wo sie sinnvoll sind, ergänzt durch Gas, Kohle, Öl und Kernkraft. Genau das, was wir früher bereits hatten, bevor die Ideologisierung Einzug in die Energietechnik gehalten hat.
Vor allem betrachte ich das Thema unter dem Aspekt der Resilienz. Auf einem Bein zu stehen ist nie so stabil, wie wenn man mehrere tragfähige Optionen hat. Gleichzeitig macht man sich so weniger erpressbar und abhängig.
Ich halte die ganze Debatte ohnehin für eine sehr deutsche Diskussion. Wenn ich in Indien, China, Kanada, den USA oder Brasilien unterwegs bin, wird das Thema dort deutlich nüchterner und pragmatischer betrachtet.